Beginn des Mittelalters

650-1050

Althochdeutsch

Kloster

  • Trockenheit im arabischen Raum
  • Expansion der Araber
  • Erstmals erwähnt: „deutsch“: (786) 
Im arabischen Raum herrscht Trockenheit, was wohl mit für die Expansion der Araber (auch nach Europa) verantwortlich ist. 
 
Durch die Zweite (hochdeutsche) Lautverschiebung entsteht das Althochdeutsch als erste Stufe der deutschen Sprache. Als einheitlich ist diese allerdings nicht zu bezeichnen. Im Wesentlichen sind nur entsprechend ausgebildete und damit des Lesens und Schreibens kundige Mönche vor allem in ihren Klöstern mit der Herstellung schriftlicher Erzeugnisse beschäftigt. Meist geht es um Wort-für-Wort-Übersetzungen aus dem dominierenden Latein. Sie werden in sogenannten Glossen festgehalten. Verschiedenste Schreibweisen konkurrieren miteinander. Zumindest beginnt ein Prozess, im Laufe dessen das Lateinische als erste Schriftsprache Europas allmählich abgelöst wird. Latein bleibt aber die Sprache der Gebildeten und der sich langsam etablierenden Wissenschaften. 
 
Konsonantenverbindungen wie pf, f, tz, zz, z, hh sind als lautliche Merkmale prägend für dieses frühe Deutsch. So wurde im Rahmen dieser Lautwandelprozesse beispielsweise aus dem "Appel" der "Apfel". Die Lautverschiebung wird aber nicht im gesamten damaligen deutschen Sprachraum gleichzeitig geschweige denn überall umgesetzt. Kerngebiete sind die Sprachlandschaften Alemannisch, Bairisch, Mittel-, Rhein- und Ostfränkisch. Vollständig umgesetzt wird sie nur im Alemannischen; nach Norden erfolgt sie weniger intensiv; auf dem Gebiet des Niederdeutschen so gut wie überhaupt nicht.
 
Das Althochdeutsche kann man als Experimentierfeld oder Versuchslabor des deutschen Wortschatzes sehen. Grundlage für die Verschriftlichung des Althochdeutschen ist die Christianisierung und die Tatsache, dass sich das Christentum als Buchreligion empfindet.
 
Bedeutung und Deutungshoheit bleiben auf die klösterlichen Sprachinseln beschränkt. Da die Klöster im deutschsprachigen Raum allerdings deutlich zunehmen, sorgt dieses "klösterliche Internet" zumindest für eine Verbreitung der sich entwickeltenden deutschen Sprache über die politischen Grenzen innerhalb des Heiligen Römischen Reiches hinaus.
 
Das Althochdeutsche schafft somit in mühsamer Kleinst-(Übersetzungs-)Arbeit in den Klosterstuben das Fundament für ein klares Phonem-Graphem-Verhältnis; der Ausgleich zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit bleibt jedoch der sich anschließenden Periode des Mittelhochdeutschen vorbehalten.